Katastrophenschutz - Artikel der Heilbronner Stimme vom 21.April 2026
Dienstag, 21. April 2026
Was tun, wenn Strom flächendeckend ausfällt?
Kommune übt Bevölkerungsschutz bei einer Katastrophe – Gute Zusammenarbeit zwischen Krisenstab und Feuerwehr
Vorbereitung auf den Ernstfall: Feuerwehrkommandant Marco Hinner (rechts) weist die Abteilungen Eberstadt und Hölzern für die Katastrophenübung ein. Foto: Stöhr-Michalsky
Von Margit Stöhr-Michalsky
EBERSTADT Nach einem furchtbaren Unwetter kommt plötzlich die Meldung: „Totaler Stromausfall in Eberstadt“. Ist die Gemeinde auf diese Situation vorbereitet? Ein eindeutiges Ja nach der Bevölkerungsschutzübung zum Thema „Stromausfall“ am Samstag. Sie hat in dieser Form zum ersten Mal stattgefunden und war seit Wochen vorbereitet worden.
„Wir sind im Falle einer Krise handlungsfähig und gut aufgestellt. Die Übung verlief nach meiner Einschätzung sehr gut“, sagt am späten Nachmittag Hauptorganisatorin Bianca Ehmann, Fachbereichsleiterin Bürgerservice, Sicherheit und Ordnung im Rathaus.
Übungsszenario: Blackout nach einem schweren Sturm
Zu Beginn um 13 Uhr herrscht noch Anspannung. Werden die Abläufe, Koordination und Kommunikationswege klappen? Im Magazin der Feuerwehrabteilung Eberstadt laufen alle Fäden zusammen. Bürgermeister Patrick Dillig erhält per Funk vom Feuerwehrkommandanten Marco Hinner die Meldung: „Durch Unwetter flächendeckender Stromausfall“. Gleichzeitig erfolgt von ihm ein Vollalarm an die Abteilungen: Treffpunkt Magazin Eberstadt. „Jetzt geht es los“, meint Patrick Dillig mit Blick auf sein Handy und den griffbereiten Aufgabenordner. „Uns ist es wichtig, vorbereitet zu sein, wie wir im Ernstfall reagieren und die Bevölkerung schützen können“, sagt der Bürgermeister zu dieser Übung.
Notstromaggregat kommt zum Einsatz
Er ruft als Stabsleiter über die Bundes-Messenger-App seinen Krisenstab ins Magazin. „Die Beteiligten haben die strenge Vorgabe sich zurückzumelden“, meint er, „das funktioniert“. Die erste Lagebesprechung erfolgt. Tina Jung vom Gebäudemanagement der Verwaltung ist dabei. „Wenn etwas im Gebäude eines Notfalltreffpunkts benötigt wird, bin ich zuständig.“ Auch der stellvertretende Bauhofleiter Martin Drauz ist anwesend. Er wartet auf Anweisungen. Eine kommt sofort, denn der Stromaggregator im Magazin schafft den aktuellen Bedarf der Laptops des Krisenstabes nicht. Die Feuerwehr arbeitet mit Flipcharts und Funk. Das größere Gerät aus dem Bauhof muss herbeigeschafft werden. Der stellvertretende Feuerwehrkommandant Markus Kirn übernimmt den Aufbau der Notfalltreffpunkte für die Bürger. Es sind registriert das Alte Schulhaus, die Bushaltestelle/Siedlung, das Mehrzweckhaus Hölzern und die Alte Schule in Lennach.
An den Treffpunkten erhalten Bürger Informationen
„Die Treffpunkte sind komplett. Wir können die Sirene auslösen“, gibt Marco Hinner das Signal für die akustische Katastrophenwarnung. Gleichzeitig fährt ein Einsatzwagen der Feuerwehr durch die Straßen und informiert per Lautsprecher über diese Übung. „Wir sind im Zeitplan“, freuen sich die Organisatoren. Am Nachmittag befinden sich 30 Bürger im Alten Schulhaus in Eberstadt. Sie warten auf Informationen. „Was passiert nun?“, fragt jemand die Gemeinderäte vor Ort, Martin Krenkler und Thomas Prang. „Wir testen heute, ob die Abläufe bei einem möglichen Stromausfall funktionieren und wie wir unseren Bürgern praktisch helfen können, deshalb sind die Treffpunkte wichtig“, teilt er mit. Zwischendurch piepst das Funkgerät der Feuerwehr, um den Empfang zu prüfen: Denn Strom gibt es im Ernstfall nicht.
„Wir wollen eine Bevölkerungsschutzübung regelmäßig durchführen“, sagt Patrick Dillig nach der Premiere. „Wir haben die Autobahn in der Nähe, auch da können Gefahrensituationen für die Kommune entstehen.“ Das Land gibt eine Verwaltungsvorschrift für Kommunen heraus für solche Einsatzlagen und Katastrophen, wie die, auf die sich Eberstadt vorbereitet hat. Sie beinhaltet Vorgaben für ein schnelles, zielgerichtetes Krisenmanagement und koordiniertes Zusammenwirken auf allen Entscheidungsebenen. An diese Vorschrift hat sich Eberstadt bei der aktuellen Katastrophenschutzübung weitgehend orientiert. Im Einsatz waren ein Krisenstab aus den Fachbereichen der Verwaltung, die Feuerwehr Eberstadt und Hölzern, Helfer vor Ort und weitere Ehrenamtliche bei den vier Notfalltreffpunkten.
„Uns ist es wichtig, vorbereitet zu sein.“



